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 Mythen und Sagen
Thormar Offline



Beiträge: 582

02.09.2009 20:26
Nordische Mythologie antworten

Einleitung


Was wir mit Nordischer Mythologie verbinden, hat seinen Ursprung zuerst in den Aufzeichnungen der EDDA, einem Liederzyklus, der zuerst in Altisländischer Sprache im 8. Bis 12. Jahrhundert zusammengetragen und aufgezeichnet wurde. Die Edda ist aufgegliedert in eine Ältere und eine Jüngere Edda, erstere aufgeteilt in Götter- und Heldenlieder, verfasst in Stabreimen, die Jüngere Edda in Prosa, entstanden um 1220, in Prosa, dient im wesentlichen der Erläuterung der Verse der Älteren Edda und beinhaltet darüber hinaus praktische Tipps und Anleitungen für die damaligen Dichter, die Skalden.

Die Mythologie des Nordens unterscheidet sich grundlegend von der anderer, südlicherer Völker. Geprägt durch ein raues, lebensfeindliches Klima, haben die Nordischen Völker auch ihre Götter hart und unduldsam erschaffen, ist ihr Glaube an das Schicksal und seine Unausweichlichkeit ebenso tief wie fatalistisch. Den Helden, der am Ende immer strahlend triumphiert, wird man hier vergeblich suchen, das Konzept von Schuld, die Vergebung und Sühne nach sich zieht, ebenso. Schuld zieht nur immer neue Schuld nach sich, es gilt das Recht der Blutrache, die immer neue Morde zur Folge hat. Der Held ist sich dessen bewusst, ebenso wie der Unausweichlichkeit seines eigenen Verhängnisses. Edel handelt er trotzdem, will er sich doch seinen Platz im Götterhimmel, Walhalla, sichern.

Heidnisch und barbarisch ist aus heutiger Sicht die Zeit, die in der Edda skizziert wird und heidnisch und barbarisch sind auch die dort beschriebenen Götter und Helden. Erste Anklänge ans Christentum sind rar und eher zufällig. Vergebung ist nicht Tugend, sondern Schwäche. Dementsprechend sind auch die großen Germanischen Heldenfiguren, die später nach diesem Vorbild entstehen, wie etwa die Helden der Nibelungensage (Siegfried, Kriemhild, Brunhild, Hagen von Tronje und Co.) oder auch Roland oder Gudrun noch nur in Ansätzen Christianisiert.

Es ist eine harte, brutale Welt, in die wir uns mit Betreten des Nordischen Mythenkreises begeben, aber sie ist auch faszinierend. Sie ist kompromisslos gerecht und ihre Götter und Helden sind nur umso bewunderungswürdiger, als sie selbst angesichts des bevorstehenden Verhängnisses niemals aufgeben das richtige und edle zu wollen und zu tun.


Die Erschaffung der Welt



Yggdrasil, die Weltesche
(Illustration, Nordische Antiquitäten, 1847)

Einst war das Alter, da alles nicht war,
Nicht Sand noch See noch salzge Wellen,
Nicht Erde fand sich noch Überhimmel,
Gähnender Abgrund und Gras nirgend
(Jüngere Edda, 4)

Wie ein roter Faden zieht es sich durch die Nordische Mythologie, und auch die Entstehungsgeschichte der Welt, wie die alten Wikinger sie sich vorstellten, ist davon bestimmt: Gewalt, Brutalität und Tod.

Vor der Schöpfung gab es eine kalte Welt, Niflheim, ganz Eis und Kälte. Und es gab eine heiße Welt, Muspelheim, ganz Glut und Feuer, deren Grenze von Surtur mit dem flammenden Schwert bewacht wurde. Dazwischen liegt Ginnungagap, das geheimnisvolle Nichts, die gähnende Leere.

Im kalten Niflheim ist der Brunnen Hwergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen. Auf der Seite Ginnungagaps, die Niflheim zugewendet ist, gefriert das Wasser zu Eis, welches sich immer weiter nach Süden ausdehnt, dem warmen Muspelheim zu, bis Eis und Feuer schließlich aufeinandertreffen. Daraus entsteht das erste Lebewesen, der Frostriese Ymir, aus dessen Schweiß noch ein Mann und eine Frau entstehen und der mit den Füßen zwei Söhne zeugt, so dass er zum Vater des Geschlechts der Riesen wird. Er ernährt sich von der Milch der Kuh Audumla, die aus schmelzendem Eis heraus zum Vorschein gekommen ist. Sie selbst ernährt sich, indem sie das salzige Eis leckt und nach einer Weile leckt sie daraus den ersten Mann, Buri, hervor, der mit einer Riesin seinen Sohn Bör zeugt, dessen Söhne wiederum Odin, Wili und We sind, also Wotan, Hönir und Loki, die ersten drei Asen und zugleich die vornehmsten.

Diese drei Asen erschlagen nun den Riesen Ymir und bilden aus den Überresten seines Körpers die Welt.

Aus Ymirs Fleisch ward die Erde geschaffen,
Aus dem Schweiße die See,
Aus dem Gebein die Berge, die Bäume aus dem Haar,
Aus der Hirnschale der Himmel.
Aus den Augenbrauen schufen gütige Asen
Midgard den Menschensöhnen,
Aber aus seinem Hirn sind alle hartgemuten
Wolken erschaffen worden.
(Jüngere Edda, 8)

Aus dem Blut des Riesen wird das Weltmeer, das die Erde umschließt, darin ist die Erde befestigt. Die Hirnschale, die den Himmel bildet, wird mit vier Hörnern über die Erde erhoben, darunter sitzen die Zwerge Austri, Westri, Nordri und Sudri. Sie erleuchten den Himmel mit Feuerfunken aus Muspelheim.

Aus zwei Bäumen werden die ersten Menschen erschaffen, der Mann Ask und die Frau Embla. Ihre Heimstatt ist Midgard, während die Burg der Asen Asgard heißt. Von dort beobachtet Odin als oberster Gott die Welt und Menschheit und zeugt das Geschlecht der Asen; deshalb heißt er Allvater, weil sowohl Götter als auch Menschen von ihm abstammen.

Die Asen



Asgard, der Götterwohnsitz der Asen
(Illustration von H. Hendrich, um 1890)

Die Asen sind die Hauptgötter des Nordischen Pantheons. Sie erschufen die Menschen und greifen aktiv in ihre Geschicke ein. Sie wohnen in Asgard, der Burg der Götter, die Menschen bewohnen Midgard, Utgard ist dem Riesengeschlecht vorbehalten. Den Asen zur Seite stehen die älteren Wanen, die Naturgötter. Beide kämpfen gegen die Kräfte des Bösen, das Geschlecht der Riesen, die auf die Vernichtung der Welt und der Götter, Ragnarök, hinarbeiten.

Der vornehmste, Erstgeborene der Asen ist Odin, der Allvater mit den vielen Namen. Seine beiden Brüder sind Wili und We. In anderen Sagen treten diese drei auch als Wotan, Loki und Hönir auf.

Odin ist mit Frigga vermählt, einer Fruchtbarkeitsgöttin, hat aber noch viele weitere Frauen und zeugt zahlreiche Kinder, darunter auch seine Söhne Thor und Baldur. Er reitet auf seinem Hengst Sleipnir durch die Welt und stiftet Kriege an, er beobachtet die Welt durch die Augen seiner zwei Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung). Und nicht zuletzt schickt er seine Walküren aus, um von den Schlachtfeldern (Walstätten) die gefallenen Helden zu bergen, damit sie sich in Walhalla mit ihm auf die letzte große Schlacht vorbereiten.







Quelle: Das Mythentor by Sylvia Seelert und Tanja Koczwara

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