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 Die Slawen
Thormar Offline



Beiträge: 582

27.01.2010 20:07
Entstehung der Slawen antworten

Um Christi Geburt fängt die slawische Geschichte an, ihren Lauf zu nehmen. In dieser Zeit leben in Osteuropa sesshafte Bauern, die mehr oder weniger geringe Kontakte zueinander pflegten. Ein Volk von ihnen sind die Veneter, die im Gebiet des heutigen Litauen - Weißrussland - Russland sitzen. Die Veneter werden beschrieben als ein nicht-germanisches Volk, die als eines der europäischstämmigen Völker geprägt sind durch die ansässige Frühzeitkultur und die der Einwanderung.

Im Zeitraum von 100 v.Chr. bis 100 n.Chr. kommt von Gotland im heutigen Schweden ein unbekanntes Volk über die Ostsee an die Weichselmündung, und fängt an, Land in Besitz zu nehmen. Es handelt sich um die germanischen Goten, die die Urbevölkerung assimilieren und ein Königreich errichten. Das es schwedische Goten sind, kann anhand von Ähnlichkeiten des in Südschweden gesprochenen Dialekts Gutamal mit den ehemals ostgotischen Sprachen ausgemacht werden.

Es ist anzunehmen, dass sich dort schon vor der Eroberung durch die Goten Germanen befanden. Im 2.Jahrhundert ziehen diese weiter nach Südosten und bezwingen 252 sogar die Römer. Sie besiegen die Veneter 350 und errichten bis ans Schwarze Meer in sarmatisch-skythischem Gebiet Fürstentümer. Eine protoslawische Sprache, so es sie nicht schon vorher im Ansatz gab, bildet sich wahrscheinlich in dieser Zeit heraus. Ein Beispiel hierfür ist die Halbinsel Krim in der heutigen Ukraine, wo die ostgermanische (gotische) Sprache im Alltag und in Bezeichnungen für Orte und Flurnamen lange fortbesteht (nachweisbar bis ins 18.Jahrhundert). Wir wissen daher, wie sich diese Sprache anhörte und wissen, dass sie im Aufbau viele Ähnlichkeiten mit dem Deutschen aufweist.

Nicht alle Slawen sprachen also eine slawische Sprache, zumindest ist es anhand der Wulfila-Bibel belegt, dass in Osteuropa germanische Sprachen gesprochen wurden. Bischof Wulfila (ca. 311 - 383), war entweder Gote oder Halbgote, hatte aber auch kappadokische Vorfahren. Er wurde spätestens 341 vom Reichsbischof von Konstantinopel (Eusebios von Nikomedia) zum "Bischof der Christen im gotischen Land" geweiht und missionierte bis 348 an der unteren Donau. Wulfila wurde durch die Christenverfolgungen ins Exil verbannt und entwickelte eine neue Schrift für die gotische Sprache. Er übersetzte im 4. Jahrhundert die Bibel ins Gotische.

Durch den Einfall von Hunnen, ein mongolides Volk, wird Osteuropa auseinandergerissen und Siedlungen zerstört oder besatzt. Die Hunnen waren ursprünglich zwischen Kirgisien und Ulan-Bataar (Mongolei) ansässig. Sie teilen sich auf in: Schwarze Hunnen (gelten als Verwandte der Westtürken und "Europäische Hunnen") und Weiße Hunnen (aus dem Altaibecken, ein den Iranern nahestehendes indogermanisches Volk).

Als Grund für ihren massenhaften Überfall auf Europa wird eine Klimaveränderung angenommen, die ihnen die Weiden, die Grundlage der Nahrung ihrer Herden, austrocknen lässt. Da die Hunnen als Nomaden oder Halbnomaden darauf angewiesen sind, suchen sie sich anderweitige Auskommen.
Hunnische Schädel werden noch von Thüringen bis Kirgisien gefunden, ihr Anteil an der Ethnogenese der Slawen dürfte aber gering sein.

Viele der sich herausgebildeten Slawen / Ostgermanen verlassen vor den anrückenden Hunnen ihre angestammte Heimat. Sie nehmen ihre Kultur mit und ziehen in sehr großen Stammesverbänden, in denen sich wahrscheinlich viele Sippen und ganze Dörfer befanden, gen Westen. Aus Angst, aber auch mit Hoffnung suchen sie sich Gebiete, die geeignet sind, um eine neue Existenz aufzubauen. Da bereits die Römer von Slavoni sprachen, ist es möglich, dass es einen Austausch gab und Stammesangehörige vereinzelt insofern geografische Kenntnisse hatten, um ihren Genossen mitzuteilen, wo sich diese Gebiete befanden.

In den dünn besiedelten Gegenden Ostdeutschlands fand der Stamm der Sorabi um 500 dann ideale Bedingungen. Dadurch, dass beispielsweise die Vandalen aus der Gegend zwischen Weichsel und Oder nach Iberien abgezogen waren, konnte man hier mit vereinten Kräften und etwas Arbeit viel herausholen. Es gab ausgedehnte Wälder, aber auch Tiefland mit Flüssen durchzogen. Um 600 wurde schließlich die Elbe-Saale-Grenze überschritten und Slawen erreichten Thüringen.

Die Edda, die altnordische Prosa- und Liedersammlung von 1220 bzw. 1271, berichtet noch vom Einfall der Hunnen in Europa, sogar Attila wird erwähnt. Es sind darin Berichte enthalten von Ereignissen, die vom Zeitpunkt der Niederschrift über 700 Jahre zurückliegen. Wie das sein kann, kann man sich insofern erklären, als dass es am Übergang der Spätantike zum Mittelalter Chronisten gab, die Geschichten schriftlich festhielten. Man übertrug die Geschichten immer weiter, so kann man heute noch Ereignisse jahresgenau festlegen, obwohl sie schon so lang zurückliegen.

Interessanterweise waren es die Wikinger aus Schweden, die ein paar Jahrhunderte nach dem Rückzug der Goten aus Osteuropa in Russland ein Reich gründeten, und regen Austausch und Handel mit diesem betrieben.

Auch hier überschneiden sich erneut die Ereignisse, waren die Goten diejenigen, die ihren Landsmännern in Skandinavien von ihren Errungenschaften im Slawengebiet berichteten, und erinnerten sich die Wikinger an diese glorreiche Zeit ?



Quelle: /www.slawen.eu

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