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Dieses Thema hat 8 Antworten
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 Die Wikinger
Thormar Offline



Beiträge: 582

10.08.2009 22:19
Ausrüstung der Krieger antworten

Ausrüstung der Krieger

In erster Linie sind die Erfolge der Wikingerzüge den gut durchdachten Eigenschaften ihrer Schiffe zuzuschreiben. Dazu kamen aber noch wirksame Waffen, Schwerter waren dabei am wichtigsten. Ihre Schärfe und höchste Wirksamkeit vereinten sich und so waren sie mit einer Hand zu führen. Die Klingen waren zweischneidig und die besten kamen wohl aus dem Rheinland. Man behandelte solche Waffen mit äußerster Sorgfalt und dies drückte sich oft in der kunstvollen Ausführung der Griffe aus. In heidnischen Gräbern de Wikinger fand man neben dem Schwert auch häufig den Speer. Wurfspieße und auch Stoßlanzen waren in Gebrauch, die schönsten Stücke hoben sich auch durch reichliche Verzierungen vor.

Zweifellos denkt man im Zusammenhang mit den Wikingern als Erstes an Äxte. Sicherlich wurden im Kampf häufig Äxte benutzt, in dem Stein von Lindisfarne z. B. ist eine Szene eingearbeitet, die darstellt, wie sie geschwungen werden, sie befanden sich auch unter den Waffen zur Zeit Wilhelms des Eroberers und seiner Invasionsflotte, die auf dem Teppich von Bayeux dargestellt wird. Als Hauptverteidigungsmittel galt jedoch der Schild, hergestellt aus einem Holzbrett mit einem eisernen Schildbuckel in der Mitte zum Schutz der Hand.

Der Mythos, dass Wikinger gehörnte Helme trugen, ist kaum noch aus den Köpfen zu bekommen. Fast alle Männer auf zeitgenössischen Darstellungen werden mit einem spitzen Kopf dargestellt. Eine spitze einfache Kappe, wohl aus Leder hergestellt (denn es gibt nur wenige Helmfunde), diente als üblicher Kopfschutz. Ein gut erhaltener Eisenhelmfund in einem norwegischen Wikingergrab, aus dem 10. Jahrhundert zeigt, eine runde einfach gearbeitete Kappe zusammengesetzt aus mehreren Teilen mit einem Schutz für Augen und Nase, aber es wurden auch seltene Darstellungen von Helmen mit Hörnern gezeigt. Diese wurden allerdings nur zu besonderen Anlässen getragen, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Odinkult.

Während der Wikingerzeit waren Kettenpanzer eine Seltenheit, obwohl begrabene norwegische Häuptlinge neben ihrem Helm auch ein Kettenhemd besaßen und dieses als Grabbeigabe diente. Am Ende der Wikingerzeit setzte sich das Panzerhemd erst durch.

Pferde fanden im Laufe der Zeit immer mehr Bedeutung und wurden in Schlachten mit einbezogen. Die Wikinger wurden dann nicht mehr nur mit ihren Waffen bestattet sonder auch mit ihrer Reiterausrüstung.


LG Thormar

Thormar Offline



Beiträge: 582

13.08.2009 13:32
#2 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Die Kampfausrüstung der Wikinger


Die Axt

Die Axt entwickelte sich im Verlauf der Wikingerzeit neben dem Schwert zur Hauptwaffe. Äxte wurden natürlich auch zur Arbeit verwendet wodurch es manchmal schwierig ist zu entscheiden ob eine Axt nun als Arbeitsgerät oder als Waffe verwendet wurde. Oft war Beides der Fall!
Basierend auf der Gestaltung der Äxte lassen sich zwei Hauptformen erkennen, die Bart- und die Breitaxt.
Die Bartaxt ist die ältere Form und zeichnet sich durch das weite Herausziehen des Blattes an der Unterseite aus. Sie wurde unter anderem als Fernwaffe genutzt, indem sie aus der Entfernung in die feindlichen Reihen geschleudert wurde.
Die Breitaxt hingegen wird durch ihre sehr breite Schneide charakterisiert, die oft doppelt so lang wie ihr Nacken ist.
Im Kampf wurden sie ausschließlich als Hiebwaffen verwendet um den Schild des Gegenübers zu zerschlagen oder den sich dahinter befindlichen Mann.




Als Quellenangaben für diesen Artikel dienten uns das Skript (Die Bewaffnung der Wikinger) von Prof. Dr. I. Ericsson sowie das Buch "Die Wikinger" (ISBN:3-932077-01-6).

Thormar Offline



Beiträge: 582

13.08.2009 13:48
#3 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Helm und Brünne



Wikinger Helm Helm und Brünne sind ausgesprochen seltene Fundstücke. Sie wurden selten und nur in der gehobenen Gesellschaft den Gräbern beigelegt. Das Klischee, das Wikinger Helme mit zwei zur Seite abstehenden Hörnern trugen ist nicht richtig. Zwar gibt es solche Darstellungen, aber die beziehen sich auf einen religiösen und nicht militärischen Zusammenhang.
Ein Hörnerhelm würde bei einem ausreichend festen Treffer auf die Hörner zum sofortigen Genickbruch und somit zum sofortigen Tod führen!
Das Grabmal eines Häuptlings aus der Mitte des 10. Jahrhundert zeigt neben einer reichen Bewaffnung auch die Fragmente eines Helmes.
Der Eisenhelm bestand aus vier gewölbten Eisenplatten, die mit schmalen Spangen und einem 6cm breiten umlaufenden Eisenreif gehalten wurden. Die im Durchmesser 23,3cm fassende halbkugelige Kalotte war mit einem Augenschutz ausgestattet, der mit Querbrillen versehen war. Außerdem ist als Nackenschutz ein Kettengeflecht aus Eisenringen nachzuweisen.



Hier seht Ihr einen Originalfund im Vergleich zu einem Nachbau, welcher von uns in Verwendung ist.





Das Original befindet sich im schwedischen Nationalmuseum, stammt aus der Vendelzeit (Ende des 7. Jahrhunderts) und wurde im Fünften Garb in Valsgärde, Schweden gefunden.





Beim Fundstück bestehen die Seitenteile nicht aus Platten, sondern aus verwobenen Stahlstreifen, die ineinander genietet sind.
Dadurch wird der Helm leichter, ohne Stabilität einzubüssen. Es wird vermutet, dass darunter getragene Kappen aus farbigen Materialien einen zusätzlichen optischen Effekt gaben.


Als Quellenangaben für diesen Artikel dienten uns das Skript (Die Bewaffnung der Wikinger) von Prof. Dr. I. Ericsson sowie das Buch "Die Wikinger" (ISBN:3-932077-01-6).

Thormar Offline



Beiträge: 582

13.08.2009 13:55
#4 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Das Schwert


Wikinger Schwert Das Schwert zählt neben der Axt zur primären Offensiv-Waffe der Wikinger. Das dazu benötigte See- und Raseneisenerz stand in Skandinavien, wie in den meisten anderen wikingisch besiedelten Gebieten ausreichend zur Verfügung.
Das mit der Hand geführte Schwert besteht aus ein- oder zweischneidigen Klingen aus Eisen und einem Gefäß bestehend aus Parierstange, Handhabe und Knauf als oberen Abschluss.




Die einschneidige Klinge erreichte eine Länge von mehr als einen Meter und diente als Hieb- und Stichwaffe. Die zweischneidigen Klingen waren 80-90cm lang und 5,5cm breit.


Zeitliche Einteilung der Schwertgriffe nach Petersen von 800-1000.

Ansammlung von geborgenen Fundstücken




Das Messer - Sax


Das Messer war gleichzeitig Waffe und Arbeitsgerät für den alltäglichen Gebrauch. Das Kampfmesser, auch Sax genannt, mit einer 55cm langen einschneidigen Eisenklinge und einem hölzernen oder beinernen Schaft wurde als Hiebwaffe eingesetzt.
Seine Bedeutung steht jedoch weit hinter der des Schwertes zurück. Das Sax wurde vor allem in Reitergräben geborgen.
Getragen wurde es in einer Scheide aus Leder und wurde meist schräg am Gürtel getragen und mittels zwei Ösen oben und in der Mitte gehalten.

Speer und Lanze

Speere und Lanzen wurden parallel in der Wikingerzeit geführt. Beide konnten sowohl im Kampf, als auch zur Jagd eingesetzt werden. Die erhaltenen eisernen Tüllenspitzen sind zwischen 20 und 60cm lang und zumeist mit einer Mittelrippe versehen.
Die längere schwere Lanze diente als Stoß-, der kürzere leichte Speer als Wurfwaffe. Allerdings ist eine eindeutige Unterscheidung nicht immer möglich. Wurfspeere treten seltener in Gräbern auf, zudem sind sie weniger aufwendig gestaltet, da sie leichter verloren gehen konnten.


Als Quellenangaben für diesen Artikel dienten uns das Skript (Die Bewaffnung der Wikinger) von Prof. Dr. I. Ericsson sowie das Buch "Die Wikinger" (ISBN:3-932077-01-6).

Thormar Offline



Beiträge: 582

13.08.2009 14:04
#5 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Der Schild


Der wikingerzeitliche Schild wurde aus flachen Holzbrettern als Rundschild gefertigt. Das Holz war meist Linde, das mit Bast oder später mit eisernen Querbänden zusammengebunden wurde.
Manchmal wurde der Rand durch einen schmalen eisernen oder bronzenen Beschlag eingefasst. In der Mitte war der eiserne etwa 15cm große Schildbuckel befestigt, der die rückwärtige eigepasste Griffhand schützen sollte und die Kraft aus den feindlichen Hieben, durch abgleiten, herausnahm.
Die Schildbuckel waren zu Beginn der Wikingerzeit halbkugelig gewölbt und mit einem hohen geraden oder konischen Kragen versehen.
Die Schilde waren oft bunt bemalt wie aus den Funden der Schiffsbestattung aus Gokstad in Norwegen hervorgeht. Interessanterweise wurde auch die Farbe schwarz verwendet! Wikinger Schild
Seit dem 11. Jahrhundert wurden laut Bildquellen Langschilde in dreieckiger Form genutzt, die oben abgerundet waren, wie sie auf dem Teppich von Bayeux zu sehen sind. Sie waren 1,50m groß und wiesen keinen Schildbuckel mehr auf.


Als Quellenangaben für diesen Artikel dienten uns das Skript (Die Bewaffnung der Wikinger) von Prof. Dr. I. Ericsson sowie das Buch "Die Wikinger" (ISBN:3-932077-01-6).

Thormar Offline



Beiträge: 582

13.08.2009 14:15
#6 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Das Kettenhemd


Das Kettenhemd, welches auch Brünne genannt wird existiert bereits in den unterschiedlichsten Variationen seit Beginn der Eisenzeit. Das Tragen von Rüstungen war schon aus der Tatsache heraus notwendig, dass bereits ein 1cm tiefer Schnitt zur Blutvergiftung oder Wundstarrkrampf führen konnte. Die damalige Behandlung war die Amputation der betroffenen Extremitäten. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts waren die Kettenhemde hüft lang und mit kurzen Ärmeln ausgestattet, bis ins 11. Jahrhundert wurden die Hemden immer länger.Je nach Durchmesser der Ringe und Länge des Kettenhemdes bestand diese Rüstung aus 20.000 - 36.000 Ringen, welche entweder aus Blech geschlagen wurden oder aus Draht gebogen.
Das Gewicht eines knielangen, langärmligen Kettenhemdes betrug ca. 18kg bei einer durchschnittlichen Bauzeit von einem Jahr.




Das Gambeson


Unter dem Kettenhemd oder auch als eigenständige Rüstung wurde das aus Leder, Wolle oder Leinen gefertigte Polsterwams getragen, bei dem zwischen zwei Lagen Gewebe Füllmaterial, wie zum Beispiel ungesponne Wolle, Haare oder ähnliches, eingearbeitet wurden. Das Füllmaterial wurde zwischen den Stofflagen durch Steppen fixiert. Das Polsterwams sollte die Wucht der auftreffenden Schläge abfangen und verhindern, dass Teile des Kettenhemdes durch den Aufprall ins Fleisch getrieben wurden.




Arm/Bein -Schienen


Belege über Armschienen sind äusserst rar und kaum vorhanden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Wikinger Ihre Hand- und Fußgelenke mit Leder schützten. Da sich das Leder in den vergangenen Jahrhunderten zersetzt hat ist diese Theorie leider kaum zu beweisen.
Beweisbar hingegen sind die sogenannten Waräger Armschienen, Beinschienen. Diese bestanden im Grunde aus Eisernen Streifen die an einem Lederband befestigt wurden um im Zuge an den Gelenken befestigt zu werden.




Handschuhe


Leider gibt es keine aussagekräftigen Quellen die eindeutig belegen würden, dass die Wikinger Handschuhe getragen haben. Somit hält sich die äußerst sonderbare Meinung die Wikinger hätten ohne Handschuhe gekämpft. Wikinger Handschuhe Da wir als Reenactment Verein schon etliche Erfahrungen mit geprellten, geknacksten oder gebrochenen Fingern gemacht haben stellt sich uns die durchaus berechtigte Frage: Wenn sich ein Krieger komplett in Kette kleidet, einen eisernen Helm sowie eisenbeschlagene Arm und Beinschienen trägt, warum sollte er dann eine so empfindliche Stelle wie die Hände ungeschützt lassen?
Die Meinung, dass das Gefühl der Waffe durch Handschuhe schwächer wird können wir nicht bestätigen, es ist eher das Gegenteil der Fall.

Bernfried Offline

Freund der Waldfalken


Beiträge: 23

24.08.2009 16:01
#7 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Mittellschwere Rüßtung aus Stoff(Gambeson) und Tierfell!



Sehr gute Quellen und das mit dem Gambesong als Rüßtung und gutem Gefühl trotz stark gepanzerter, Hand kann ich bestätigen.

Mann ist einfach unbeschwerter im umgang mit der Waffe wenn man weiß "die Hand bleibt drann!".

Und ein Gambesong plus Fell siehe hier....
...bietet ausreichend Schutz vor schnitten und schlägen, um ein gefecht zu überleben.(Die Waffen bleiben irgenwo zwischen Fell und 1-6 Lage Futtermaterial stecken).
Wobei der Gambesong, nach einer echten Schlacht warscheinlich entweder Repariert, oder weg geworfen werden mußte.

Wobei ein echter Gambesong mit festerem und dichteren Materialien gefüttert sein dürfte, als das bei heutigen "Massenprodukten" der fall ist.
Besonders die Variante aus leder und die mit angebrachten Lederplättchen/schuppen, war als vollwertige Rüstung wohl mehr als Tauglich.

PS:verzeihe mir wenn du hier keine Antworten wünschtest.

Aber der Beitrag war so gut und schön, das ich noch was zum angewandten Wissen beisteuern wollte.

grüße
Bernfried

Allohol und Waffeln...Zwei dinge die definitiv zusammen gehören?

Thormar Offline



Beiträge: 582

24.08.2009 19:47
#8 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Hey Eisenbauch,
du bist hier in einem Forum!
Ich erwarte da Antworten und Meinungen zu den Themen.
Mach dir mal nicht so viele Gedanken,sondern schreib weiter!

LG Thormar

Bernfried Offline

Freund der Waldfalken


Beiträge: 23

25.08.2009 12:48
#9 RE: Ausrüstung der Krieger antworten

Ok! hfadhfduafzweufzbdwzwef

Allohol und Waffeln...Zwei dinge die definitiv zusammen gehören?

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